Interviewreihe Starke Frauen: Katharina Lichtblau

Lerne authentische, inspirierende und wundervolle Frauen kennen - wie du und ich.


Kennengelernt haben wir uns damals in ihrem kleinen Fotostudio im Stuttgarter Westen.

Ich sah ihre Arbeiten und wusste - genau das ist es. Authentisch. Echt.

Ich erinnere mich so gerne an diesen Abend! Aus einem "ich geh da mal kurz vorbei",

wurde ein Abend wie unter alten, langjährigen Freunden. Als würden wir uns schon ewig kennen. Herrlich!


Das Fotostudio gibt's nicht mehr - dafür umso mehr zu hören. Katharina hat eine phanstastische Stimme und verdient damit auch ihren Lebensunterhalt.

Wie, wo, was erzählt sie euch gleich selbst.


Ich finde es so inspirierend wie sie ihr Leben lebt. Fernab jeglicher Konventionen, ein Weg des Herzens. Ein künstlerischer Freigeist eben. Und eine Köllner Frohnatur. Ja, weil Freude im Leben verdammt wichtig ist!



Erzähle uns doch ein bisschen von dir.

Ich bin Katharina, gelernte Schauspielerin und arbeite seit rund 15 Jahren als Moderatorin und Sprecherin. Vielleicht kennt mich noch der ein oder andere aus dem Tigerentenclub, eine Kindersendung, die ich viele Jahre für´s Erste und den Kika moderiert habe.

Momentan bin ich täglich als Stationvoice beim Radiosender bigFM zu hören, in der neuen Audible Original Hörspielserie „Imperator“, die gerade erschienen ist, in den aktuellen Spots der Deutschen Bahn, Toyota, EDEKA, der Commerzbank und vielen weiteren Werbekampagnen.

Außerdem hört man meine Stimme in Filmen, Serien, Computer Games und Dokus.


Wie hast du zu deinem Beruf / deiner Berufung gefunden?

Ganz ursprünglich bin ich mit 5 durch das Tanzen zu meinem Beruf und gleichzeitig meiner Berufung gekommen. Da stand ich das erste Mal auf einer Bühne und fand es großartig.

Mit 14 kam dann durch einen lustigen Zufall das Schauspiel hinzu.

Meine Freundin wurde zu einem Casting für eine Serie eingeladen, ich war nur als Begleitung dabei, um ihr die Hand zu halten.

Als der Caster mich im Wartebereich sah, gab er mir unverhofft einen Text in die Hand und wollte mich 30 Minuten später vor der Kamera und somit im Casting sehen. Meine Freundin konnte leider nicht überzeugen, ich kam aber in die engere Auswahl. Nach einigen weiteren Castingrunden, wurde ich „nur“ Zweite, aber trotzdem war mir sofort klar, dass ich weiter in diese Richtung gehen möchte. Es folgten Schauspielunterricht, eine Agentur, die mich vertrat, und die ersten Drehtage für´s Fernsehen. Nach meinem Abi wollte ich mir dann das richtige Fundament für diesen Beruf schaffen und habe erfolgreich meine Schauspielausbildung in Köln absolviert. Kurze Zeit später kam das Casting für den Tigerentenclub, bei dem ich mich gegen 600 andere Mädels durchgesetzt habe. Ein großer Schritt für mich. Und beim Tigerentenclub kam ich dann letztendlich zum Sprechen. Wir vertonten neben den Studiotagen viele kleine Filme, die wir für die Kinder in der ganzen Welt gedreht hatten. New York, Rom, Israel, Dubai, Spitzbergen… wir sind viel rumgekommen, mit dem Ziel den Kindern anderen Länder und Kulturen näherzubringen.

Die Voiceover-Stimme für diese Filme im Nachhinein im Studio aufzunehmen, hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht: den Zuschauern ein Gefühl nur mit der Kraft meiner Stimme zu vermitteln. Mit diesen Aufnahmen bewarb ich mich bei ein paar Studios und so entstanden wiederum meine ersten Hörspielaufnahmen. Daraus dann meine ersten Synchronaufnahmen usw. usw.

Ein Zahnrädchen griff immer ins nächste… hört sich im Nachhinein spielend leicht an, aber natürlich gehörten auch Türklinken putzen und Absagen kassieren zu meinem Alltag.


Was war dabei deine schwierigste Entscheidung und was die Leichteste?

So richtig schwer fallen mir Entscheidungen eigentlich nie.

Ich denke viel nach, überlege hin und her, wäge ab, aber im Endeffekt entscheiden dann doch immer Bauch und Herz.

Ich wusste schon immer sehr genau, was ich will und vor allem was nicht. Für mich wäre ein nicht-kreativer Beruf nie in Frage gekommen. Das haben meine Eltern auch schon früh bemerkt und mich von Anfang an mit all ihrer Kraft unterstützt. Ich tue das, was mir Spaß macht.

Wenn es mir keinen Spaß mehr macht, höre ich damit auf.

Diese Entscheidungen fallen mir eigentlich immer leicht. Das mag sich komisch anhören, aber über die Jahre habe ich festgestellt, dass es genau das ist, was mich glücklich macht. Ich habe schon öfter lukrative Jobs abgelehnt oder arbeite mit einigen Auftraggebern nicht mehr zusammen, weil mir ihre Art und Weise zu Kommunizieren und ihr Umgang mit Menschen einfach nicht gefällt und nicht gut tut. Einige können das nicht verstehen, empfinden es vielleicht sogar als überheblich oder großspurig. Im Endeffekt passe ich aber einfach nur auf, dass mein Wohlbefinden nicht auf der Strecke bleibt. Das klappt zum Glück ganz gut.


Was bedeutet für dich Erfüllung?

Erfüllung bedeutet für mich Job und Privatleben nicht nur irgendwie unter einen Hut zu bekommen, sondern beides genießen zu können. Ein Gleichgewicht zu schaffen. Morgens gesund und gerne aufzustehen. Eine großartige Familie zu haben.

Mein Job fühlt sich so gut wie nie nach Arbeit, sondern vielmehr wie ein großer Spielplatz mit unendlich vielen Möglichkeiten an.

Manchmal fasse ich es selbst nicht, dass ich mit Mitte 30 immer noch nicht „richtig“ arbeite. Was ja nicht stimmt. Ich arbeite als Selbstständige mehr als die meisten Festangestellten, aber es fühlt sich einfach nicht danach an. Das ist für mich Erfüllung.


Was bezeichnest du als deine Stärke?

Ich glaube, dass ich ganz gut mit Menschen kann, emphatisch bin, und mich nicht zu ernst nehme. Das hilft im Privatleben, aber natürlich auch im Job. Ich versuche immer offen und positiv auf Menschen zuzugehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. So entsteht schnell eine Vertrautheit, die eigentlich jeder Situation gut tut.



Woran merkst du, dass du gut für dich sorgst?

Ich werde nur sehr selten krank.

Selbst wenn ich viel arbeite, nehme ich mir immer die Zeit gut zu essen.

Fast täglich stehe ich in der Küche und koche, quasi mein Hobby. Und ich trinke jeden Tag selbstgemachte Smoothies aus Obst, Gemüse, Salat und Nüssen, eine heiße Zitrone mit viel Ingwer und genügend Wasser. Das mache ich mittlerweile schon seit einigen Jahren und seitdem geht es meinem Körper richtig gut. Außerdem versuche ich viele Wege zu Fuß zu erledigen, anstatt das Auto oder die Bahn zu nutzen, so dass mein Körper auch ausreichend bewegt wird. Das Zusammenspiel aus guter Ernährung und ausreichender Bewegung überträgt sich bei mir auch 1:1 auf die Laune.


Hast du spezielle Selfcare-Rituale?

Ab und zu liebe ich es, einfach nur Zeit mit mir selbst zu verbringen.

Nachdenken, kitschige Mädels-Serien ohne Anspruch anschauen, Bücher lesen, den ganzen Tag im Schlafanzug bleiben, die Nacht zum Tag machen… alles und nichts tun. Das brauche ich hin und wieder. Ansonsten fühle ich mich immer sehr wohl, wenn ich Yoga praktiziere. Die Mischung aus körperlicher Anstrengung und mentaler Stärkung tut mir wahnsinnig gut. Ich habe eine tolle Lehrerin, deren Einstellung ich sehr schätze. Zu jammern „Ich kann das nicht!“ hilft nicht. Man kann manche Sachen NOCH nicht, aber das ist okay. Man kann es ändern, wenn man möchte. Sie vermittelt, dass wir uns selbst so nehmen sollen, wie wir sind. Mit allen Ecken und Kanten. Die gehören zu uns. Wir müssen nicht die Besten, nicht perfekt sein, aber wir können unser Bestes geben. Ihre Stunden kann man auf jeden Fall als Selfcare-Ritual bezeichnen.


Was hilft dir in Krisen am meisten?

Meine Lebenserfahrung. Ich habe gelernt, dass es immer weitergeht. Auch wenn es manchmal schwer und fast unmöglich erscheint, man schafft es immer.

Ab und zu muss man vielleicht einfach fallen, damit man beim Wiederaufstehen selbst erkennt, welche Kraft in einem steckt.

Oft geht man aus vermeintlichen Krisen sogar gestärkt hervor. Ich versuche immer positiv zu denken, Dinge nicht persönlich zu nehmen und Situationen, die ich nicht ändern kann, anzunehmen. Das klappt mal mehr mal weniger, aber ich gebe mein Bestes.


Was liebst du an dir und warum?

Dadurch, dass ich beruflich so viel unterwegs bin und mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen arbeite, habe ich gelernt mich schnell auf Situationen und neue Menschen einzulassen. Ich habe ein ehrliches Interesse an Menschen und ihren Geschichten, stelle Fragen, höre zu.

Ich liebe es, dass ich keine Unterschiede mache.

Ein Mann, der Toiletten sauber macht, ist genauso viel Wert, wie der Produktionsleiter einer TV-Sendung. Eine Obdachlose auf der Straße, wie eine viel beschäftigte Ärztin. Hautfarben sind mir egal. Religionen auch. Hört sich irgendwie abgedroschen und sehr simpel an, ist aber glaube ich immer noch ein großes gesellschaftliches Problem.


Was möchtest du den Leserinnen gerne mitgeben?

Ihr seid genau richtig! So wie ihr seid!



Hier findet ihr Katharina:

WWW.KATHARINALICHTBLAU.DE

https://www.instagram.com/katharinalichtblau/

https://www.facebook.com/katharinagast


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